Das Weber Team besuchte die Hauptlieferanten von Rind- und Schweinefleisch.

Woher stammt das Tier, dessen Fleisch ich esse? Wie ist es aufgezogen, wie gefüttert und wie gehalten worden? Pressebericht über eine Weiterbildung der besonderen Art für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es sind viele Fragen, die Verbraucher sich und ihrem Metzger zunehmend stellen. So zum Beispiel auch ob das Futter frei von gentechnisch veränderten Produkten war, oder ob das Tier über lange Wege zum Schlachthof transportiert werden musste? Das Tierwohl gewinnt beim Kauf von Fleisch und Wurst für die Verbraucher immer stärker an Gewicht. Auf diese Fragen will die Seelbacher Metzgerei von Alexander Weber natürlich auch die richtigen Antworten geben. Damit die Mitarbeiter, die tagtäglich mit dem Lebensmittel Fleisch arbeiten, ein besseres Bild davon bekommen besuchte das komplette Weber-Team die Höfe von Ewald Rehm am Eichberg und Wolfgang Groth in Willstätt.

 „Mein Ziel war es dass die Rinder und  die Schweine, die wir verarbeiten, jeweils aus einem Betrieb  stammen“, sagt Alexander Weber, der Chef der Metzgerei Weber in Seelbach. Die Rinder bezieht er bereits seit vielen Jahren ausschließlich von Ewald Rehm. Seit sechs Monaten nun hat er auch für die Schweine nur noch einen Partner, den Grothhof in Willstätt. "Natürlich sind Saisonale Zukäufe von bestimmten ausgesuchten Fleischteilen nötig um den Kundenbedarf zu decken."

Beide Betriebe waren Ziel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Metzgerei Weber. „Nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf, sondern auch in der Produktion und im Service im Festsaal „Alte Fabrik“ sollen kennenlernen, wie die Tiere, die wir verarbeiten aufgezogen, gehalten und gefüttert werden“, sagt Alexander Weber.

Die Rinderzucht von Ewald Rehm.

Der Hof misst 80 Hektar Wirtschaftsfläche“, erzählt Ewald Rehm am Offenstall, Die 30 Mutterkühe haben im Weiler beim Bruckerhof ihre Weiden und ihren Stall. Ein Bulle sorgt dafür, dass der Nachwuchs nicht ausbleibt. Dieser bleibt auf den Weiden bis zur Endmast im Eichberger Offenstall. „Die Rinder müssen sich wohlfühlen“, sagt Ewald Rehms Sohn Thomas, der für den Stall verantwortlich ist und der drei Tage in der Woche in der Metzgerei Weber als Metzger arbeitet. Keine Aufgeregtheit, als die Besucher in den Stall kommen. Die Tiere schauen die Eindringliche mäßig interessiert an oder bleiben im Stroh liegen. „Spaltenboden gibt es bei uns nicht. Das Misten und das Einstreuen ist zwar Mehrarbeit, aber wir denken auch ans  Wohl der Tiere“, sagt Thomas Rehm. Auch bei der Fütterung haben die Rehms einen eigenen Weg gefunden. Das Futter besteht zu 60 bis 65 Prozent aus Gras, Heu oder Silage, dazu kommt eigenes Getreide, Mais und Kraftfutter. „Das Futter mischen wir, die Tiere können dann den ganzen Tag fressen, wie sie wollen“, erzählt er. Mit dem Futterschwerpunkt Gras, Heu und Silage leisten die Rehms einen großen Beitrag zur Offenhaltung der Landschaft. Haben die Tiere das Schlachtgewicht erreicht, schlachten sie die im nahegelegenen Schlachthaus in Wittelbach. Ein kurzer Weg also ohne viel Stress für die Tiere. Zusammen mit der Aufzucht, der Haltung und der Fütterung ergibt sich so ein Gesamtpaket als Garant für eine gleichbleibend hohe Fleischqualität. Diese Partnerschaft mit den Rehms nennt Alexander Weber ein „Alleinstellungsmerkmal im Schuttertal.“

Der Schweinezuchtbetrieb Grothof in Willstätt.

Regionalität und Tierwohl hat sich auch der Grothhof in Willstätt auf seine Fahnen geschrieben, der seit einem guten halben Jahr Partner der Metzgerei Weber ist. Seit 1972 ist der Hof ein Schweinezuchtbetrieb. „Mit 900 Ferkelaufzuchtplätzen und 850 Mastplätzen ein kleiner“, sagt Wolfgang Groth, der zusammen Sohn Simon den Betrieb führt. Auf 70 Hektar bauen die Groths Mais, Weizen und Gerste an. Der Weizen und die Gerste werden mit Kraftfutter – „gentechnikfrei“, sagt Simon Groth an die Schweine verfüttert.

Dass das Tierwohl groß geschrieben wird, macht der Rundgang deutlich, für den sich die Besucher einen Schutzanzug überstreifen und dann über eine Desinfektionsmatte gehen müssen. Zwischen zwei Wärmebereichen können die Ferkel wählen, für die es sogar eine Fußbodenheizung gibt. Zur Mast kommen die Tiere in einen Außenklimastall. Im  Innenbereich liegen die Tiere auf Stroh. Zwischen Außen- und Innenbereich können die Tiere je nach Lust und Laune hin- und herwechseln.

Strohballen werden in die Abteile gegeben, die Tiere verteilen das Stroh dann selbst. „ Kot und Urin lassen die Tiere im Außenbereich ab. „Schweine sind reinliche Tiere“, sagt Groth. Platz haben die Tiere genügend. 40 Prozent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Geschlachtet werden die Tiere nach einem kurzen Transportweg im Schlachthof Offenburg und dann als Schweinehälften in die Metzgerei Weber zur Weiterverarbeitung gebracht.

Für Alexander Weber ist die Partnerschaft mit den Betrieben Rehm und Groth die Grundlage, um seinem Kunden dauerhaft Produkte in gleichbleibend hoher Qualität anbieten zu können und dabei guten Gewissens sagen zu können: „Fleisch und Wurst von glücklichen Tieren.

 

rehm

Rinder im Eichberger Offenstall des Rinderzuchtbetriebes Ewald Rehm.

<exkursion

Für den Rundgang im Grothof mussten sich alle Besucher einen Schutzanzug überstreifen und dann über eine Desinfektionsmatte gehen.

grothhof

Der Grothof: Im  Innenbereich liegen die Tiere auf Stroh. Zwischen Außen- und Innenbereich können die Tiere je nach Lust und Laune hin- und herwechseln.